Auf dem Meer der Zeit – Karin Zimmermann

Ausstellung im Forum des Rathauses Cuxhaven vom 25.06. bis 31.07. 2007

 

Von Gedanken auf dem „Meer der Zeit“ – 23./24. Juni 2007 Kulturseite der Cuxhavener Nachrichten

Karin Zimmermanns Kunstprojekt zum Stadtgeburtstag in Zusammenarbeit mit den CN am Freitag im Rathaus vorgestellt

Die Verknüpfung des Kunstprojektes mit dem aristotelischen Gedanken "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" sei es vermutlich gewesen, die ihn fasziniert und dazu bewogen habe, spontan zuzusagen zum Kunstprojekt "Auf dem Meer der Zeit" von Karin Zimmermann, sagte CN-Geschäftsführer Hans-Georg Güler am Freitagvormittag bei der Vorstellung vor geladenen Gästen im neuen Forum des Rathauses. Der hohe Raum mit allerbesten Lichtverhältnissen ist in der Tat der ideale Platz für die einem Rahsegel nachempfundene und nachgebildete Installation aus 52 gemalten Bildern.
52 -das ist die Zahl der Wochen eines Jahres, 52 ist im Falle des Kunstprojektes "Auf dem Meer der Zeit" aber auch die Zahl der Artikel, die Karin Zimmermann jeweils aus einer Ausgabe der CN ausgewählt hat und von denen sie sich hat zu ihren Bildern inspirieren lassen und last not least ist 52 die Zahl der Bilder dieser Installation. So soll das Kunstprojekt der Cuxhavenerin hier einmal bezeichnet werden.

                         


Karin Zimmermann geht es in ihrem Kunstprojekt neben manchen anderen Inspirationen vor allem um den Faktor Zeit, es geht ihr um den Wandel in Zeiten der Veränderungen (wofür eine lokale Tageszeitung wie die CN ihr als ein ausgesprochener Gradmesser erscheint) und es geht um die gedanklichen Auseinandersetzungen, die sich sowohl an die ausgewählten Artikel als auch an die künstlerische Umsetzung knüpfen lassen. Und es geht Karin Zimmermann vor allem und ganz besonders um jenes von Aristoteles gefasste Phänomen, dass nämlich immer und überall das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

In der Tat sind, wie Güler am Freitag in seiner Rede sagte, Kulturlandschaften mehr als "die Summe ihrer Denkmäler", ist ein Lied mehr als die Summe seiner Noten und das Werk "Auf dem Meer der Zeit" mehr als die Summe seiner Bilder. Karin Zimmermann hat, so erläuterte die Worpsweder Kunstwissenschaftlerin Donata Holz später in ihrer Einführung an einigen Beispielen, zu den einzelnen in den CN-Artikeln behandelten Bereichen bestimmte Farben ausgewählt. Sie sollen bei der Betrachtung des Gesamtbildes so etwas wie Signalwirkung haben. Wo Soziales thematisiert wird, herrscht die Farbe Rot vor, wo es um Wirtschaft geht ein helles Ockergelb, wo kulturelle Fragen behandelt werden, scheint lichtes Blau auf. Die Auswahl der Farben ist subjektiv- wie die künstlerische Umsetzung natürlich auch. So wie sich übrigens der Betrachter durchaus ganz und gar von der Interpretation der Künstlerin selbst lösen und seine eigenen Gedanken zu den Bildern verfolgen kann, wie Donata Holz in ihrer Rede unterstrich. Ganz sicher hilfreich ist dabei die vom CN -Geschäftsführer Hans-Georg Güler vorgeschlagene und initiierte mediale Verknüpfung des Kunstwerkes mittels einer von Dieter Gödde erstellten Videopräsentation. Hier wird gewissermaßen der konzeptionelle Weg der Künstlerin nachgezeichnet, die ausgewählten Zeitungsartikel (in Wort und Bild) den gemalten Bildern zugeordnet.

Der Betrachter kann, wenn er sich die Präsentation in aller Ruhe anschaut, entscheiden, ob er dem "Gedankengebäude" der Künstlerin folgen will, "angesprochene" Details wiederfindet oder auch nicht oder ob er möglicherweise "nur" das Ganze einfach auf sich wirken lassen will.

Dass Karin Zimmermanns "Auf dem Meer der Zeit" in den nächsten Wochen im Licht durchfluteten Rathaus-Forum ein Blickfang werden wird, ist unbestritten. Oberbürgermeister Arno Stabbert äußerte sich denn auch am Freitagvormittag bei der Vorstellung begeistert darüber und meinte. "Solche Aktionen wünsche ich mir noch viel mehr." Sein Dank galt CN-Geschäftsführer Hans-Georg Güler für seine Initiative. Karin Zimmermanns Dank wiederum galt sowohl Güler als auch Oberbürgermeister Stabbert und zwar dafür, dass er das Forum zur Verfügung gestellt habe.

Donata Holz verwies in ihrer eingehenden Rede auf eins noch besonders hin: Dass nämlich die Basis für das Segel eine Konstruktion aus Holz bilde; ein Werkstoff, der wiederum an die alten Segelschiffe erinnere. Gleichzeitig aber stelle Karin Zimmermann mit dem Holz eine Verbindung zu der Zeitung her, der bekanntlich Holz als Rohstoff für Papier diene. Auch hier erweise sich also wieder: "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile."

Ilse Cordes
Cuxhavener Nachrichten 23./24. Juni 2007 Kulturseite








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